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Lesen

Lesen lernt man nur durch Lesen. Aber wenn das Kind nicht lesen mag? Hier ein paar Tipps zum Lesespaß:

  • Lassen Sie Ihr Kind Geschichten frei erzählen.

  • Lesen Sie lustige und spannende Geschichten vor und reden Sie mit Ihrem Kind darüber. Das schult das Zuhörverhalten.

  • Hören Sie CDs von bekannten Texten, um schwierige Abschnitte zu klären.

  • Lesen Sie eine kurze Geschichte vor und stoppen Sie an der spannendsten Stelle. Das Kind ist nun bestimmt sehr daran interessiert zu erfahren, wie es weitergeht.

  • Wechseln Sie zwischen verschiedenen Leseformen ab: lautes und stilles Lesen, Lesen auf Band, Lesen mit verteilten Rollen.

  • Gehen Sie mit Ihrem Kind in die Bücherei und suchen Sie mit ihm gemeinsam Bücher mit vielen schönen Illustrationen, kurzen Kapiteln und großer Schrift aus.

  • Führen Sie für Ihr Kind einen Lesepass, in dem jedes gelesene Buch festgehalten wird. Für zehn Bücher gibt es eine Belohnung.

  • Es muss auch nicht immer ein Buch sein. Vielleicht begeistert sich das Kind ja eher für Gebrauchsanleitungen oder interessante Sachtexte zu seinem Lieblings­thema?

 

Vorlesen

Das Kind liest eine Geschichte vor. Weil der Text nicht ganz einfach ist, gerät es immer wieder ins Stocken und liest so langsam, dass es für die Zuhörer schwer ist, den Inhalt zu erfassen. Doch durch Training und gezielte Tipps kann man das bald verbessern.
Wichtig
ist, fremde Texte zuerst einmal leise zu lesen, damit das Kind Zeit hat, den Inhalt zu verstehen. Haben wir schwierige Wörter geklärt, kann man sich mit einem Farbstift daranmachen, auf einer Kopie des Textes die Sinnschritte, also Wörter, die zusammengehören, mit Strichen oder farbig zu markieren: Der goldbraune Apfel / zischte und brutzelte / im heißen Backofen.
Diese Wort
blöcke sollen zusammen gelesen werden.
Zur
Übung gut geeignet sind auch Gedichte, bei denen jede Zeile für eine Sinneinheit steht. Kurze Texte kann das Kind abschreiben und anschließend dann wieder in Sinnblöcke zerschneiden.
Zudem muss man beim Sprechen auf die richtigen Atempausen achten. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerk­sam, dass Satzzeichen beim Lesen Haltepunkte für das Auge darstellen und den Text gliedern.
Eine gute Kontrolle
ist es, den gelesenen Text auf Tonband aufzunehmen und ihn anschließend noch einmal anzuhören.

 
Rechtscheiben

Manche Kinder haben Mühe, Texte richtig abzuschreiben. Die richtige Abschreibtechnik wird aber zu mehr Sicherheit im Rechtschreiben verhelfen. Ihr Kind sollte in vier Schritten vorgehen: 
Lesen
--> Einprägen --> Schreiben --> Überprüfen
Wird nach dem ersten leisen Lesen der Satz laut gelesen, kann sich das Kind durch
die genaue Artikulation die Abfolge der Laute bewusst machen. Klatschen hilft, das Wort in Silben oder Wortbau­steine zu gliedern und so zu strukturieren. 
Das ist eine wichtige
Vorübung für den zweiten Schritt, bei dem alle Wörter genau angeschaut und über verschiedene Lernkanäle eingeprägt werden. Dazu wird jedes Wort laut und deutlich gelesen  oder buchstabiert für den akustisch-artikulatorischen Kanal; 
schwierige Stellen im Wort werden durch Unterstreichen bewusst gemacht f
ür den optischen Kanal. Dann können Sie mit dem Finger die Wörter auf den Tisch schreiben und leise mitsprechen lassen. 
Im dritten Schritt wird das Wort auswendig geschrieben - die Vorlage wird also abgedeckt - und wieder dabei leise mitgesprochen. 

Beim vierten Schritt wird
das Wort überprüft. Falsche Buchstaben müssen berichtigt werden, unter jeden richtigen Buchstaben kann das Kind einen Punkt setzen. 

Bewegtes Rechtschreiben
Bewegung macht jedem Kind Spaß – wenn es dabei auch noch seine Rechtschreibleistung verbessert ist das besonders toll!

Schreiben Sie dazu die in der Schule ge
übten Wörter auf ein Kärtchen und verteilen Sie diese im Zimmer oder in der ganzen Wohnung. Nun geht das Kind zu einem Wort hin, schaut es sich an, geht wieder zu seinem Arbeitsplatz zurück und schreibt das Wort auf. Dann holt es sich die Karte und vergleicht das Geschriebene mit der Vorlage. Alles richtig gemacht? Dann darf es die Karte behalten. 
War noch ein Schreibfehler im Wort? Dann wird die Karte an einen anderen Ort gelegt und sp
äter noch einmal bearbeitet. Mit diesen Laufdiktaten wird neben der Rechtschreibung auch die Merkfähigkeit trainiert. Als Variation können aus den bearbeiteten Wörtern auch kleine Sätze gebildet werden. 
Mit der Zeit k
önnen Sie die Anforderungen etwas steigern. Schreiben Sie kurze Sätze auf, die das Kind immer erst gründlich lesen soll: Das Behalten des Gelesenen fällt leichter, wenn der Sinn des Textes auch wirklich erfasst wird.

 
Lernen lernen
Die Mitarbeit im Unterricht ist wichtig! 
Voraussetzung für gutes Lernen ist, dass das Kind den Unterricht mit Interesse verfolgt und sich aktiv beteiligt. 
Meldet sich ein Kind zu wenig, sollten wir uns fragen, warum es so zur
ückhaltend ist. 
Ist es von Haus aus ein stiller und in sich gekehrter Typ? F
ühlt es sich durch den Unterrichtsstoff gelangweilt oder überfordert? 
Ist es vielleicht enttäuscht, weil die Lehrerin es nicht jedes Mal aufruft, wenn es sich meldet? 

Sprechen Sie
über diese Fragen mit Ihrem Kind und auch mit der Lehrkraft! Manche Kinder haben Hemmungen, weil sie befürchten, bei falschen Antworten von den anderen ausgelacht zu werden. Versuchen Sie deshalb, das Selbstbewusstsein des Kindes zu stärken: Loben Sie es, sooft sich eine Gelegenheit dazu bietet. Machen Sie es sich außerdem zur Gewohnheit, mit Ihrem Kind über den Unterrichtsstoff zu sprechen, über Inhalte zu diskutieren und es dabei als vollwertigen Gesprächspartner anzuerkennen. 
Versuchen Sie, Ihr Kind zu motivieren und fordern Sie es auf, sich eine Woche lang zu notieren, wie oft es sich im Unterricht gemeldet hat. Wenn noch ein Freund dabei mitmacht, ist der Ansporn gro
ß.
 
 
 
 
 
 
 
 
Fortsetzung folgt